google.com/goto: Location mit HEAD lesen
Google Search schreibt die Ziel-URL nicht mehr immer ins href des Treffers. Organische Ergebnisse zeigen auf https://www.google.com/goto?url=CAES…. Das ist nicht das alte google.com/url?q=…: der Parameter ist keine kodierte URL. Man dekodiert ihn nicht.
Google muss das Ziel trotzdem kennen. Es steht im HTTP-Header Location, wenn man /goto anfragt. Das ist die Lesart, die wir nutzen.
Beispiele in curl, Python und Node: github.com/automdev/google-goto-url-fix. Die Google-Search-API von Autom macht den Hop auf dem Server.
Rollout und Hintergrund: google.com/goto: Googles Anti-Scraping-Update.
Ein Satz
Redirect nicht folgen. Location lesen.
GET /goto?url=CAES… HTTP/1.1
Host: www.google.com
HTTP/1.1 302 Found
Location: https://www.linkedin.com/in/satyanadella
HEAD holt nur Header. GET mit redirect: "manual" (oder allow_redirects=False) liest dasselbe. Google antwortet manchmal mit 402 (oder einem anderen Status) und Location: den Header auch dann lesen, wenn es kein 3xx ist.
curl
curl -sI --max-redirs 0 \
-H 'Referer: https://www.google.com/search' \
'https://www.google.com/goto?url=CAES...' \
| grep -i '^location:'
-I ist HEAD. Ohne -L folgt curl nicht. Die Zeile Location: ist die echte URL.
Dieselbe Lesart mit GET:
curl -sD - -o /dev/null --max-redirs 0 \
-H 'Referer: https://www.google.com/search' \
'https://www.google.com/goto?url=CAES...' \
| grep -i '^location:'
Python
import requests
goto = "https://www.google.com/goto?url=CAES..."
r = requests.head(
goto,
allow_redirects=False,
headers={"Referer": "https://www.google.com/search"},
timeout=10,
)
print(r.status_code, r.headers.get("Location"))
Wenn HEAD leer ist, mit GET ohne Follow erneut versuchen:
r = requests.get(goto, allow_redirects=False, timeout=10)
print(r.headers.get("Location"))
Node
const res = await fetch(goto, {
method: "HEAD",
redirect: "manual",
headers: { Referer: "https://www.google.com/search" },
});
console.log(res.status, res.headers.get("location"));
Im Browser kann ein manuelles 3xx als opaqueredirect ankommen und den Header verstecken. In Node sind die Header sichtbar.
Warum nicht CAES dekodieren?
Das Blob ist kein öffentliches URL-Protobuf. Es ist eine undurchsichtige Referenz. Nur Google kennt das Ziel und schreibt es beim Hop in Location. Aus einem sichtbaren Namen ("LinkedIn · Satya Nadella") eine URL zu bauen, ist eine schlechte Idee.
Das href ist /goto. Die Seite kennt die URL trotzdem.
Google kann das Ziel nicht vollständig verstecken. Es braucht die echte URL, um die SERP zu zeichnen: sichtbare Domain, Favicon, Attributionsblock. Diese Werte stehen noch auf der Seite, meist in einem Datenskript am Ende, und in einem internen Store (W_jd), den das SERP-JavaScript liest.
Deshalb „reinigen“ sich die Links in manchen Browsern nach einer Mausbewegung: ein Skript liest W_jd und schreibt jedes /goto-href auf die echte URL um. Das gilt nur für organische Treffer unter #rso div[data-rpos] mit Attributionsblock. AI Overviews bleiben auf /goto. Es braucht eine live Seite und genau diese erste Mausbewegung. Ein headless Fetch des HTML löst das nicht aus. Chrome lässt die /goto-hrefs oft stehen.
Ein weiteres Leck sitzt am Link „Diese Seite übersetzen“. Passt die UI-Sprache nicht zur Ergebnissprache, fügt Google das Control ein, und die saubere URL steht oft darauf. Latein (Accept-Language: la) erscheint fast immer, weil kaum eine Seite auf Latein ist.
Das erklärt, was die Seite noch enthält. Es ist brüchig: Google kann W_jd umbenennen, das Skript ändern oder das Übersetzungs-Control streichen. Ein stabiles API-Feld gibt es dabei nicht.
Die belastbare Lesart bleibt Location auf /goto. Kein live DOM, kein Maus-Event, kein Sprachtrick.
Bei Autom
Die Google Search-API löst /goto bereits auf und gibt die finale URL in organic_results[].link zurück.
curl -s https://api.autom.dev/v1/google/search \
-H "x-api-key: YOUR_KEY" \
-H "Content-Type: application/json" \
-d '{"query":"linkedin.com/in satya nadella","gl":"us","hl":"en"}'
Code und README: github.com/automdev/google-goto-url-fix.
Weiterführende Artikel
- google.com/goto: Googles Anti-Scraping-Update
- Google hat num=100 abgeschafft
- Google verklagt SerpAPI: Was SearchGuard verrät
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